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GKV: Sonderbeiträge verursachen Wechsel-Chaos

05.02.2010

Die Sonderbeiträge der gesetzlichen Krankenversicherungen scheinen ein Chaos auszulösen. Weil immer mehr Krankenversicherungen die Beitragszahlung um einen Prozent bzw. um eine Pauschale von 8 Euro anheben, stapeln sich die Kündigungen. Die DAK musste wegen der erhöhten Beitragszahlung bereits 5.300 Mitglieder ziehen lassen. Bei der Deutschen BKK waren es wiederum 1.000 Kündigungen. Die Tendenz ist steigend, denn alleine bei der BKK liegt die Prognose bei 50.000 Kündigungen.

Grund für das hohe Kündigungsaufkommen ist, dass bei einer Beitragserhöhung ein Sonderkündigungsrecht besteht. Sobald die Krankenkasse die Beitragserhöhung mitgeteilt hat, beträgt die Kündigungsfrist zwei Monate bis zum Monatsende. Doch ist ein Wechsel der Krankenkasse wirklich zu empfehlen? Die Meinungen gehen auseinander.

Bundesgesundheitsminister Philip Rösler rief öffentlich zu einem Wechsel auf. Gegenüber dem “Focus” sagte er, es sei die Pflicht der Krankenkassen, Zusatzbeiträge möglichst zu vermeiden. Wenn die Versicherungen dieser Aufgabe nicht genügend nachkommen, könne der Versicherungsnehmer einfach wechseln, so der Politiker der FDP.
Cristoph Kranich, Beauftragter im Patientenschutz, vertritt wiederum eine andere Meinung und rät von einem Krankenkassenwechsel ab. Einerseits weil das “Krankenkassen-Hopping” aufwändig ist, andererseits weil er einen Blick auf die Leistungen empfiehlt. Diese seien bei den gesetzlichen Krankenversicherungen zwar größtenteils gleich, doch die Möglichkeit, sich bei einem Problem direkt in die Filiale begeben zu können, Tag und Nacht einen telefonischen Ansprechpartner zu haben und eine Mitgliederzeitschrift zu bekommen, sollte ein Argument gegen einen Wechsel sein.

Wechsel oder nicht? Wie so häufig im Gesundheitswesen herrscht also auch hier Uneinigkeit.